Der Zyklus unserer negativen Idenditäten

Viele kennen ihn aus dem Kreislauf von Diäten - den Jojo-Effekt. Dass dahinter aber ein allgemeingültiges Prinzip steckt und es diesen Jojoeffekt in allen Lebensbereichen gibt, ist den wenigsten wirklich bewusst. Wir haben ein "Problem", kämpfen dagegen an, erleben eine kurzzeitige Verbesserung und finden uns wenige Zeit später im alten Modus wieder. Geldmangel, Einsamkeit, Krankheit, Misserfolg... alle haben den gleichen Effekt wie eine Diät: Nach kurzem Erfolg ist man wieder da, wo man immer war, oder man hat plötzlich ein anderes Problem.

 

Das Problem kann nicht dort gelöst werden, wo es sich zeigt. Denn das, was das Problem erschafft, kann es nicht gleichzeitig lösen, obwohl es uns die Lösung in Aussicht stellt... der Verstand. Im Gegenteil, je mehr wir uns auf Lösungen fixieren, desto mehr zementieren wir das "Problem" ein. Und wenn sich die erwünschte Lösung einfach nicht einstellen möchte, haben wir einen neuen weiteren Konflikt: Wir sind offensichtlich unfähig, es zu lösen.

 

In Bezug auf ein Problem oder einen Konflikt irgendetwas zu unternehmen bedeutet in Wahrheit, ihn mit mehr Energie zu versorgen, ihn für uns selbst glaubhafter zu machen, ihm mehr Realtität zu verleihen. Der Verstand kann immer nur Wahrheiten entdecken, die er zuvor selbst bestimmt hat, weil er ausschließlich in sich selbst fischt

Ja, er sucht verzweifelt nach dem Urzustand, den wir alle als Erinnerung in uns tragen: den Frieden, die Einheit, die All-Liebe, dahinter ist er ein Leben lang her. Da er aber die Ursache ist, dass wir dieses Paradies scheinbar verloren haben, kann er nicht gleichzeitig die Lösung sein, obwohl er sie permanent anbietet.

 

Ständig sind wir auf der Suche nach bedeutungsvollen, angenehmen Dingen, die uns "besser fühlen lassen".... besser, irgendwie "ganzer", und vor allem dauerhaft und stabil. Und schon sind wir in der spirituellen Falle. Wir meditieren, lösen "Blockaden" und lassen uns von anderen Menschen mit "Energie versorgen", die angeblich blockiert oder abgespalten ist, lassen uns Chakren reinigen, schreiben Wünsche auf Kerzen und ernähren uns vegan... Und wenn wir richtig daran glauben, hilft die Energieübertragung auch noch, kurzzeitig. Danach geht es uns wie vorher. Nicht anders ist es mit der Liebe, dem Lottogewinn, dem neuen Job, einem Gesundwerden... alles macht uns Glücklich... ein paar Tage lang, manchmal sogar Wochen.

 

Wir suchen ein Leben lang nach Hintergründen und Ursachen unseres SCHMERZES, und wenn wir sie nicht in der Kindheit finden, dann in einem anderen Leben... Und merken nicht, dass der Verstand uns schon wieder austrickst und uns ein neues ICH verpasst: das spirituelle Ich. So machen wir Erfahrungen von erhöhten Geisteszuständen, begegnen plötzlich Engeln und können Botschaften von diesem und Jenem Geistwesen channeln. Daraus werden Anleitungen und neue Konzepte gewebt und wir erfahren, wenn wir uns anstrengen und regelmäßig still sitzen, endlich vielleicht das, was wir erwartet haben....

Ohne zu begreifen, dass es wieder aus derselben Quelle kommt wie immer: aus dem menschlichen denkenden Geist, der das produziert, was wir ihm erlauben.

Wir glauben, die Welt und das Jenseits zu verstehen, ohne zu bemerken, dass WIR SELBST es sind, die es erschaffen, und das in immer neuen kollektiven Übereinstimmungen. Wir sind die Schöpfer aller Vorstellungen und aller Wirklichkeit und entwickeln dadurch die Welt weiter, und trotzdem glauben wir hartnäckig daran, dass es sie schon vor uns und nach uns geben muss und wir nur "hineingeboren" sind. Ohne zu erkennen, dass es die Gedanken sind, die sowohl die Gefühle als auch die Wirklichkeit "da draußen" erschaffen.

Wir müssen die Welt nur verstehen, UNS nur verstehen... wir müssen uns nur entwickeln, erhöhen, verbessern, heilen, ausdehnen, gesunden, und irgendwann hoffentlich erwachen... DANN wird Friede sein in uns.

 

Wir erschaffen in unserer Vorstellung immer Ideen, die GRÖßER sind als wir. So darf sich der Verstand weiter BEWEGEN und uns antreiben, denn wir kommen nie an. Wenn wir Lichtwesen erschaffen, wenn wir einen Gott erschaffen, sind wir dann selbst nicht unendlich klein und zerrissen?

Auf dieser Suche entwicklen wir ununterbrochen neue Konzepte, neue Ziele... und irgendwann werden wir ganz sicher dauerhaft glücklich sein. Aber selbst die eigene Bedeutsamkeit in alten oder neuen Konzepten kann einen nur kurzfristig erheben... dann sind wir wieder dort, wo wir gestartet sind.... in denselbem Schmerz, den wir einfach nicht loskriegen.

 

Das Problem sind nicht unsere Probleme, sondern der Glauben, welche zu haben. Das Problem ist der denkende Geist an sich.

Es reicht nie, egal, was wir tun, um das Gefühl zu haben, angekommen zu sein, gut genug zu sein oder dass das, was gerade ist, absolut in Ordung wäre.

Und so kann uns weder die große Liebe, die wir endlich erkämpft haben, das neue Auto, die bessere Ernährungsweise, noch die Fähigkeit, plötzlich ein gefragtes Medium zu sein, wirklich dauerhaft glücklich machen. Ein neues Ziel muss her...

 

Wir leben leider kein Leben immerwährender bedeutsamer Ereignisse, die uns fortwährend ankicken und beflüglen, obwohl es viele versuchen. Wir leben ein Leben von Dogmen und Ansichten, die uns seit unserer Kindheit verpasst wurden und die wir stetig übernehmen. Wir sind nur der Abklatsch von allen anderen, selbst wenn neue Theorien und Konzepte noch so zauberhaft klingen mögen. Es ist ein permanentes Weiterreichen von Ideen.

Die tiefsitzenste Idee ist die des "Ich", aus dessen "Mitte" wir uns wahrnehmen. Die Vorstellung einer festen Größe in uns. Und der moderne Glaube durch spirituelle Techniken irgendwo anders hinzukommen, wo Erlösung von dem Ganzen ist. Oder der Glaube, dass sich unser Denken ausschalten ließe, wenn wir nur lange genug meditieren. Früher haben wir andere Dinge geglaubt, heute ist NewAge unser Credo. Denken geschieht. Fühlen geschieht. Handlungen geschehen. Doch wer ist der Denkende, Fühlende, Handelnde... gibt es ihn überhaupt?

 

Da ist kein Schalter, an dem sich das Denken ausschalten ließe. Wir kommen vielleicht irgendwann dahinter, dass wir gar nicht selbst Ursache dieser Gedanken sind, sondern dass die Quelle unabhängig von uns zu existieren scheint. Wir meditieren und bemerken, dass wir den Denkenden nicht finden können. Sie scheinen ein Eigenleben zu führen aus Bildern, Kommentaren zu den Bildern, Kommentaren zu den Kommentaren von Bildern, Ängsten, Wünschen, Sehnsüchten und Diskussionen mit uns selbst. Es gibt ein Ich und ein Welt, es gibt ein drinnen und draußen, es gibt ein gestern und morgen. Nur eins gibt es scheinbar nie: ein Hier und Jetzt.

Durch spirituelle Übung gelingt es hin und wieder, den Gedankenfluss zu richten, zu lenken, zu verlangsamen, zu fokussieren auf den Atem oder ein Bild in deinem Kopf. Doch im Grunde führt dieser Versuch, die Gedanken zu kontrollieren, dauerhaft eher zu einer Art Hypnose, mit der man durch die Welt geht, als zu Glück und Lebendigkeit. Man beschränkt sich auf weniger Bandbreite, ohne es zu bemerken, und glaubt sich auch hier wieder im Zustand der Erlösung. Es ist wohl eher ein vorzeitiges Einschlafen als ein Aufwachen. Das Wesen unserer "Persönlichkeit" bleibt auch davon nicht berührt. Wir sind weiter ein ICH, wenn auch ein hochkonzentriertes, fokussiertes.

 

Je weiter wir uns fokussieren, meditieren und transformieren, desto mehr dehnen wir nur eins aus: unsere Neurosen.

Vielleicht gelingt es uns sogar, Begegnungen mit Engeln zu erschaffen. Wow! Welch bedeutsame Bewusstseinsentwicklung! :-)) Wir sind ein ICH, welchem ein Engel erscheint. Doch der Engel ist immer noch unser Geist, eine Projektion unseres Verstandes, und Frieden und Glück werden wir auch dadurch nicht dauerhaft finden.

Vielleicht versuchen wir mal, unseren Körper zu verlassen? Schließlich haben ja andere von solchen Erfahrungen berichtet....


Alle Methoden, die wir anwenden, um uns zu transzendieren, unseren Verstand zur Ruhe zu bringen oder uns zu entwickeln, führen uns nicht über unser ICH hinaus. Wir können uns damit erforschen und Zusammenhänge verstehen, wir können erkennen, wie dieses ICh funktioniert, aber verlassen können wir es nicht. Wir sind weiter demselben alten Zyklus und Jojoeffekt unterworfen.

 

Und so fragen wir uns irgendwann zurecht: Gibt es überhaupt eine Lösung? Ein Entrinnen?

 

NEIN.

 

Wir sind nicht hier, um zu entrinnen. Wir sind hier, um Mensch zu sein.

Indem wir ständig versuchen, uns der Wirklichkeit des Jetzt zu entziehen, beschneiden wir ununterbrochen unsere Freiheit.

Wir kämpfen gegen dieses und jenes, wir wehren uns, gegen das, was ist, wir sagen ständig Nein zu allem, was gerade geschieht. So leben wir ein Leben im Mangel, weil wir andauernd dem Mangel, den unser Verstand als solchen BEWERTET, ausweichen wollen.

Unser Leben besteht fast ausschließlich aus Mangel und Verweigerung, aus Rückzug und Abwehr. Gleichzeitig geben wir die Schuld daran der Welt da draußen, die uns erst dazu gemacht hat, denn wir wären sonst ja nicht so geworden.


Noch tiefer sitzt die Schuld unserer Unfähigkeit, dem Dilemma zu entkommen, egal, was wir unternehmen. Das ist der biblische Rauswurf Luzifers aus dem Paradies... Wir sind Luzifer! Wir müssen etwas verbrochen haben oder sind nicht würdig, nicht wert, im Himmel zu sein. Wir sind daraus verstoßen worden und gelangen nicht zurück. Nicht bevor wir dieses und jenes an uns verbessert haben. Oder bis wir Diesen und Jenen dazu gebracht haben, uns zu lieben, anzuerkennen, und bis er oder sie uns das Gefühl, wieder im Paradies zu sein, zurückbringt.

 

Und solange erschaffen wir weiter Beziehungs-Modelle, Religion, Philosophie und spirituelle Erlösungskonzepte.

Aber wie soll die Suche nach Glück, Erkenntnis und dem verlorenen Paradies je über sich selbst hinausgelangen?

 

Ich hatte mal eine witzige Postkarte, die den Kern vollkommen trifft:  ALLE BLÖD - AUßER ICH.

 

Und doch ist Wandel alles, weil alles Wandel ist. Wandel ist Veränderung. Aber der Wandel vollzieht sich dann nicht aus der Wahrnehmung des Ichs heraus, sondern ist ein passiver Vorgang, ein Geschehen lassen dessen, was geschehen will. Das Leben an sich ist Wandel und unterliegt kaum unserem Willen. Das Leben muss sich stets wandeln und verändern und alles fließt mit.


In dem Moment, wo ich bewusst oder unbewusst etwas manifestiere, bedeutet sein Entstehen sogleich sein Ende.

Die Lösung liegt darin, keine Lösung zu suchen. Die Lösung ist das Aufgeben der Lösung. Nur HIER ist Leben möglich.

Das Denken meint zwar, es sei davon nicht betroffen und versucht hartnäckig einen stabilen Zustand zu erreichen. Aber in dem Moment, wo etwas durch den Gedanken Wirklichkeit wird, beginnt es bereits wieder, sich zu verändern, umzuwandeln, zu zerfallen. Nur durch unsere manische Art, Kontrolle darüber haben zu wollen, erschaffen wir unser gefühltes Leiden.

 

Unser Denken ist ein so dichtes komplexes raffiniertes Knäuel geworden, dass wir es als festes ICH wahrnehmen. Als innere Instanz, die wir sind. Der Gedanke des "Ich" ist so überzeugend, dass wir ihn für die Quelle der anderen Gedanken halten. Und das, was unser Denken erschafft, nehmen wir als Welt außerhalb von uns wahr. Die Gedanken, wir wir unablässig denken, bilden die Welt, in der wir uns wähnen. Und diese verhält sich so, wie wir es erwarten, egal, welches ICH wir gerade vor uns hertragen, denn wir SIND diese Welt, auch wenn wir meinen, hier drin in diesem Körper in unserer Mitte zu sein... Außen und Innen sind nicht getrennt.

 

Solange wir glauben, uns fehlt noch etwas, machen wir dies außen sichtbar und wir finden auch jemanden oder etwas, der/das es uns beweist. "Also ich habe jetzt tausend Dinge gemacht und fühle mich immer noch so unzufrieden und unruhig und auf der Suche... Vielleicht ist da noch etwas, was es erst noch aufzulösen gibt?" Klar, du wirst jemanden finden, der dir eine Blockade, ein verstopftes Chakra, ein unerlöstes inneres Kind oder ein Wesen bescheinigt, welches dir Energie absaugt. ;-)

 

Unsere Anhäufung von Wissen, biologischer und geschichtlicher Vergangenheit, Kultur, Politik, Erziehung, Ernährung, historische und genetische Informationen, Religion nicht zu unterschätzen, und seit neuestem Esoterik und Spiritualität - haben unser Denken zu solch einem komplexen Gefüge werden lassen, dass es Identifikationen und Anhaftungen so mannigfaltig wie undurchsichtig gemacht hat. Wir sind inzwischen so verkopft, so entkörpert, dass wir Erfahrungen nicht mehr direkt machen können, sondern nur durch die tausenden Filter unseres Verstandes und seiner konditionierten Muster.


Wir ERLEBEN nichts, wir leben ausschließlich in Vorstellungen und Projektionen ÜBER ETWAS, was gerade geschieht, die in Bruchteilen von Sekunden die reale Erfahrung und Begegnung verhindern.

 

Das Denken und die projizierte Realität, die das Denken unentwegt erschafft, sind so kompliziert, verknüpft, sich bedingend und vor allem undurchschaubar, dass wir glauben, es handele sich hier tatsächlich um DIE Realität.

 

Und unter all dem haben wir das unentwegte Gefühl, nicht zu genügen, nicht genug geliebt zu werden, ausgeschlossen oder Außenseiter zu sein. Komischerweise glaubt das jeder. Eine Welt voller Außenseiter. Alle anderen sind die Herde, ich bin das schwarze Schaf.

 

Das Gefühl, nicht geliebt zu werden, entsteht durch den dualen Verstand, der alles aufspaltet durch seine Bewertungen in gut oder böse, Fülle oder Mangel. Im Grunde genommen ist diese Form des sich abgelehnt Fühlens aber nur ein nicht wahrgenommener Aspekt der fehlenden Eigenliebe. Denn wir bewerten nicht nur die duale Welt, die wir erschafft haben, sondern auch ihren Schöpfer, nämlich uns selbst. Und egal, wieviele Bücher wir lesen, wie viele Seminare wir besuchen, wie viele Menschen wir versuchen davon zu überzeugen, uns zu lieben, es will uns einfach nicht gelingen, dieses Gefühl dauerhaft zu etablieren.

 

Das Problem ist unsere Vorstellung, was Liebe ist. Liebe kann man weder geben noch erhalten, man kann sie nicht teilen und nicht erzeugen. Man kann sie auch nicht heiraten oder festhalten. Sie kann uns nicht füllen, nichts wegnehmen, sie kann uns nicht die Einsamkeit vertreiben, nicht unseren Mißmut oder unsere Sorgen, nicht unser Mißtrauen beseitigen oder unsere Minderwertigkeit.

Liebe ist das, was in dem Moment entsteht, wo es KEINE Beziehung gibt zu etwas oder jemandem gibt aus einem persönlichen ICH heraus. (Ein empörter Aufschrei unter den Lesern! :-))

Liebe verschwindet in dem Moment, wo ich anfange mich wieder auf etwas zu beziehen.... auf mein ICH, einen Standpunkt, eine Idee, einen Wunsch... irgendeine feste Größe. In dem Moment entzeiht sie sich wieder unserer Wahrnehmung.


Das, was wir zu 99% für Liebe halten, ist unser VERLANGEN, unser Wunsch nach Liebe. Unsere Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies, wo nichts geteilt ist. Weil es dort nichts gibt, nicht einmal "uns". Es ist der Wunsch, dass es mit dem Leiden, dem ICH, dem Zerstückelten, dem Fragmentierten, dem Dualen in uns ein Ende haben soll.

Liebe lässt sich weder erschaffen, noch festhalten. Sie ist das Leben selbst, Liebe ist unsere Existenz, und sie ist uns nur zugänglich im AUGENBLICK, dann, wenn wir nicht identifiziert sind, weder ein ICH noch ein DU vorhanden ist, im JETZT, außerhalb der Zeit und damit außerhalb des Denkens. Sobald ich mir ihrer bewusst werde, bin ich schon wieder im Verstand und in der Fragmentierung und sperre sie zumindest in eine Schublade mit der Glitzeraufschrift: LOVE.

Wir sind nicht die, die die Liebe erfahren, erreichen oder erschaffen. Wir SIND die Liebe.


Warum solltest du nach etwas streben oder suchen, das du sowieso schon bist? Weil du tausende Ideen und Glaubensmuster hast, dass sie außerhalb von dir läge, dass du sie nicht wert bist, dass du sie bekommen musst, dass man sie dir vorenthält.

Und entsprechend verhält sich dein erschaffenes Universum. Du behälst immer Recht.

 

Gibt es eine Lösung? Ja die gibt es. Die Lösung ist, alle Lösungsversuche endlich zu lassen. Sobald du anfängst, deine Abwehr aufzugeben, verändert es sich. Es ist für manchen wichtig, bis zur Grenze des Verstandes vorzudringen, um seinen Irrsinn zu verstehen. Wenn wir erkennen, wie unfrei wir dadurch sind, wie Leid permanent von uns selbst erzeugt wird, so bringt uns das jedoch noch nicht darüber hinaus.

 

Wie aber können wir uns transformieren? Wirklich geschehen kann das dort, wo kein ICH vorhanden ist, wo keine Zeit stattfindet, in diesem Augenblick. Wenn wir uns dazu entscheiden, unser marionettenhaftes Sein aufzugeben und langsam zu transzendieren. Sage JA zum JETZT.

 

(c) ute strohbusch 2015

Kommentar schreiben

Kommentare: 20
  • #1

    Keiner, Niemand + Jemand, Stefan geheißen (Montag, 03 August 2015 21:05)

    Als ergänzenden Beitrag ein Zitat aus: "P'TAAH - Das Geschenk - Juwelen der Weisheit" von Jani King, 1995:

    "Euer Ego ist als Sensor für euer äußeres Leben gedacht. Ihr könnt es weder loswerden noch sublimieren. falls ihr das versucht, wird das alte Gesetz des Universums: "Wenn man sich etwas widersetzt, bleibt es bestehen" das Ego in eine immer noch stärkere Position bringen. Euer Ego ist ein überaus wertvoller Aspekt von euch. Es muss nur ins Gleichgewicht gebracht werden. Wenn ihr merkt, dass ihr dabei seid, euch vehement zu verteidigen, dann wisst ihr, dass das Ego Angst vor verurteilung hat. Werdet einfach still. Begebt euch in die Angst hinein und umarmt das Kind in euch, das sich fürchtet. Und bringt euch auch in Erinnerung, dass es nicht eure Angelegenheit ist, was jemand von euch denkt."

  • #2

    Rose (Dienstag, 04 August 2015 16:06)

    Ich finde, dass der Blog deinen bisherigen Beiträgen in Frage stellt.

  • #3

    Uta (Dienstag, 04 August 2015 16:55)

    ...wunderbar auf den Punkt gebracht <3

  • #4

    Nicole (Dienstag, 04 August 2015 16:57)

    Toller Beitrag Ute, DANKE!

  • #5

    Volker (Dienstag, 04 August 2015 19:09)

    Einfach guter Beitrag. Musste ihn zweimal lesen um ihn zu Verstehen. Finde ihn genial auf den Punkt gebracht. Leben im jetzt!!

  • #6

    Leo (Mittwoch, 05 August 2015 09:21)

    Wwwooowww!! Toller Artikel.
    Wie sagte schon Ramesh S. Balsekar mit seinem Buchtitel: "Wo nichts ist, kann nichts fehlen."
    Alles ist da! Nur häufig merken wir es nicht und suchen, suchen, suchen .....
    Das ist unser Dilemma!

  • #7

    Christian (Mittwoch, 05 August 2015 09:30)

    Waaaahnsinnig guter Artikel! Dein bester bislang! Und nein, Rose, er widerspricht in keinster Weise den vorangegangenen. Alles hat aus dem Ich heraus eine relative Sicht, das sich in immer größeren Ringe selbst erkennt. Danke, Ute!

  • #8

    Rose (Mittwoch, 05 August 2015 14:43)

    Ich muss mein Kommentar auch zurücknehmen. Ich habe den Text dreimal lesen müssen um ihn zu verstehen. Verstand eben.... schafft sich halt so seine Realität. Der Beitrag ist sehr gut!

  • #9

    Iris (Mittwoch, 05 August 2015 20:38)

    Das ist das beste was ich je gelesen habe weiß nicht warum.... Es beantwortet viele unbeantwortete Fragen....bringt Puzzle zusammen... Genau das habe ich vor fünf Tagen entschieden..bei mir ist mein Pferd mein Spiegel..an dem ich rumdoktor seit ich ihn hab...er ist nie gut genug..der arme Kerl ...er hält es tapfer aus wie unzufrieden ich bin ich werd's noch öfte lesen

  • #10

    TaMara (Freitag, 07 August 2015 08:13)

    Liebe Ute, deine tollen Beiträge sind immer wieder inspirierend und erklärend. Danke von Herzen für deine wertvolle Arbeit, die du uns GRATIS zur Verfügung stellst. Wir dürfen lernen, wachsen und unser Bewusstsein erweitern. Welch' göttliches Geschenk. Danke. Danke. Danke.

  • #11

    Bärbel (Donnerstag, 20 August 2015 23:34)

    Liebe Ute,
    erstmal danke für diesen langen Artikel. Er ist sehr weise und ich empfinde genau so. Trotzdem möchte ich Dich fragen, wo ist Dein Mitgefühl? Wie viele Techniken, Kurse und Angebote hast Du denn gebraucht, um zu diesen Erkenntnissen zu kommen? Oder hast Du es gar gechannelt bekommen? ;-)
    Der Weg zur eigenen Seele und damit raus aus der Dualität und rein ins JETZT ist lang und schwer. Wir müssen uns durch alles, was Du so blumig beschreibst, erst durchackern. Und eben, weil wir Menschen sind, machen wir und ich würde mal denken, ausnahmslos alle mit allen möglichen Mitteln, wie Seminaren, Kursen, Büchern, Blogs, Techniken aller Art etc. Du bist selbst doch auch nicht so geboren, oder?
    Und manch einer braucht 20 solcher Kurse und ein anderer macht es mit 3en. Und dann gibt es noch die Seelen, die gar nicht das letzte Mal hier sind und noch ganz viel mehr Zeit haben und die endgültige Transzendenz gar nicht wirklich erkennen oder erfahren wollen - vorerst.
    Wir Dualseelengeplagte haben doch so wie so schon ein ganz anderes Tempo drauf. Das geht ja so rasant, dass man manchmal denkt, man sitzt im Schleudergang. An den Menschen um einen herum merkt man dann, dass das bei Weitem nicht alle betrifft.......
    Nichts für ungut und ich lese Deine Artikel gern aber sei ein bisschen nachsichtig mit uns!
    Liebe Grüße!

  • #12

    Ute Strohbusch (Freitag, 21 August 2015 08:40)

    Es gibt nur wenig "Naturtalente". Die meisten müssen erst einmal irgendwann mit der bewussten Suche beginnen... bis man zu dem Punkt kommt, wo man versteht: Wer suchet, der findet nie. Der Verstand erschafft unendlich viele Antworten und immer neue Fragen. Auch die spirituelle Suche gehört nur zum Mechanismus des Ichgedankens, nur in einem neuen Gewand. Es geht immer ums Bewerten- Weg von oder hin zu... bei allem was wir tun. Und unser Mind ist erfindungsreich er wird uns immer wieder neue Konzepte und Ziele anbieten, wegzugehen aus dem Hier und Jetzt hin zu einem "verbesserten" Ich und/oder damit zu einem verbesserten Leben ohne Leiden.
    In Wahrheit habe wir nie etwas suchen müssen und trotzdem müssen wir eine zeitlang suchen, um dies zu erfahren. Das WAS, du suchst, und WEN du suchst, ist immer da... genau JETZT.

  • #13

    Bärbel (Freitag, 21 August 2015 09:17)

    Ja so ist es! Ich sehe es exakt genau so. "Finden" können wir letztlich nur durch eine Schwingungserhöhung. Und die kann man im Prinzip auch einfach abwarten, denn wenn sie für uns vorgesehen ist, dann kommt sie. Dass das aber nicht so einfach geht, wissen wir alle, denn wir wollen herausfinden, was uns da so bewegt, schmerzt, unsere Welt auf den Kopf stellt etc. Es ist ein Sich-selbst-Erforschen, was man solange betreibt, bis man merkt, dass man schon längst da ist. Aber dann hat man auch viiiieeeel harte Arbeit geleistet und die Verdichteten Emotionen, die zähen Gedanken, den schweren Körper gelichtet...... Und plötzlich steht man im JETZT und man fragt sich, warum man das nicht schon immer war....
    Liebe Grüße!

  • #14

    Henry (Montag, 02 November 2015 08:27)

    ...ehrlich gesagt, habe ich mich beim Lesen des Artikels in meiner eigenen Suche (Sucht) wieder gefunden. Nur, was ist das, was ich fühle, wenn ich mich auf mein Herz konzentriere? Was ist es, wenn ich "liebevolle Energie" empfinde und ausströhmen lassen kann? Wenn ich das oder das sehe, was mich rührt? Ist es nur ein Gefühl und keine Liebe? Wenn Liebe nicht mehr oder weniger erschaffen wird? Was ist es dann? ...nur ein Gefühl der Wärme, eine astrale Emotion, die nur innerhalb der Dualität existiert? .....Schöne Grüße Henry (weisewerden.eu)

  • #15

    Monika Kahle (Montag, 14 März 2016 13:25)

    Mir drängt sich die Frage auf: Hab ich mir dich erschaffen? Na dann bin ich grandios :-)

  • #16

    Ute (Freitag, 25 März 2016 20:48)

    Einfach grandios. Vielen Dank, liebe Ute.
    Deine Texte sind unbeschreiblich wertvolle Geschenke fürs Leben.
    Ich bin so froh, dass ich Dich finden durfte und
    die Sinnlosigkeit des Ver(schlimm-)besserungswahns unseres Egos erkennen kann.
    Das erleichtert das Leben enorm.
    DANKE DANKE DANKE

  • #17

    H. (Mittwoch, 08 Juni 2016 07:56)

    Nun, in manchen Fällen kann es aber doch durchaus notwendig sein, sich einer inneren "kathartischen Prozedur" zu unterziehen. Wenn zum Beispiel echte Traumata das Leben im "Hier und Jetzt" gar nicht möglich machen, weil die Vergangenheit im Trauma eben nicht wirklich seelisch vergangen ist. Und immer in der Gegenwart herum-spukt, wo sie nichts zu suchen hat.

    Und zur Erlösung von Traumata, um überhaupt im "Hier und Jetzt" angemessen leben zu können, ist die Versenkung in sich selbst, mittels was-auch-immer wohl unumgänglich. Ich selbst habe weder Therapeuten noch Seminare besucht oder Gurus konsultiert (da es alles wie eine Sturzgeburt über mich kam, wäre es eh zu spät gewesen), ich brauchte nur mich, Stille, mein Bett, ein paar tiefe Atemzüge, eine Imagination (eine krasse Portion Liebeskummer brauchte es natürlich auch) und ab ging die Luzie. Von freiwilliger Selbst-Hingabe an das eigene Innere konnte auch, zumindest zu Anfang, nicht die Rede sein. Ich fühlte mich in Abgründe gestürzt, denen ich nicht entkommen konnte. Und "die Luzie" heisst: Ich fand mich selbst als zerstückeltes Schneewittchen im Glassarg, leider nicht schlafend, sondern wach. Ich bin wirklich durch die Hölle gegangen, sowohl körperlich, als auch seelisch dabei. Doch hinter diesen Höllen, wenn man sich ihnen stellt, ist eine Tür: dahinter fand ich nicht nur die Erlösung dieser Trauma-Kellerkinder aus ihren Verliesen, sondern dort fand ich irgendwann sogar mein nie gehabtes Urvertrauen. Ohne, dass ich es gesucht hatte. Unfassbar.

    Ist doch irre: Du verliebst Dich in irgend so einen dahergelaufenen Typen, der dich in den Himmel schiesst und zurück, der dich ein halbes Jahr gnadenlos belügt und verrät - und hinterher hast Du Dein Urvertrauen in die Welt gefunden! Verdammt absurd - aber - nun ja - Halleluja.

    Daher ist es in diesen Fällen wirklich sinnvoll, auch mal Zeiten halbtags in "Hypnose" und Trance zu verbringen. Das das kein Dauerzustand oder festes Lebensgefühl werden sollte, ist natürlich auch klar. Doch es braucht sicherlich auch seine Zeit, damit sich ein neues Lebensgefühl auch etablieren kann. Auch im Denken des Ich-Ego. Vor allem im traumatisierten. Man muss das auch üben. Über etwas Zeit. Und Geduld haben. Das Kopf-Denken muss auch erst mal Vertrauen fassen in das Neue. Das Ausbalancieren des Ich-Denkens und der neuen Wahrnehmung, die sich nun findet: der Intuition, die natürlich immer da war, aber immer untergebuttert wurde, vom verängstigten Ich und einer verletzten Seele.

    Ich denke, es geht um die Kultivierung und BALANCE der Anteile des Ich-Denkens und der tieferen Wahrnehmung und Äusserung der Welt – also der Intuition – in sich. Rechte und linke Gehirnhälfte, Hand in Hand, wie Ying und Yang. Wie ein Liebespaar.
    Und Kopf und Körper in lebendiger Kommunikation. Wie Verbündete. Bis dass der Tod sie scheidet.
    Und dann steht man immer öfter da, und bleibt selbst in Situationen, in denen man vorher verzweifelt oder zumindest erstarrt wäre, plötzlich entspannt und standhaft und entwickelt selbst in Momenten Humor, die es eigentlich nicht verdient haben.
    Nicht immer, - klar. Aber immer öfter.

  • #18

    Emanuela (Freitag, 22 Juli 2016 22:23)

    Sage "ja" zum Jetzt - fühlt sich wunderbar leicht an, warum fällt uns das nur so schwer? Wenn du "ja" sagst, siehst du das, was ist, sagst du "nein", dann blendest du die Wahrheit aus und somit die Liebe. Sehr guter Artikel, vielen Dank!

  • #19

    Andreas (Donnerstag, 11 August 2016 17:27)

    Der Artikel ist wirklich interessant, nur finde ich widersprechen sie sich selbst. In dem Artikel machen sie genau das, was sie kritisieren. Sie schreiben ihn aus dem Verstand und erschaffen einfach neue Probleme und Urteile. Er hat die Energie des Verstandes, diese Schwere und Negativität.

  • #20

    Aviv (Sonntag, 21 August 2016 14:01)

    Sehr, sehr bereichernder Artikel.
    Lieben Dank!