Das Ziel des Egos

 

Ich werde einige Dinge ansprechen, die vielleicht Widerstand in dir auslösen werden. Das ist in Ordnung. Du sollst mir nicht glauben, ich möchte dich dazu einladen, meine Erfahrungen zu untersuchen – und zwar ganz genau und völlig kompromisslos, so wie ich es gemacht habe.

 

(c) Mario Amenti

 

In diesem Post möchte ich euch über meine Erkenntnisse bezüglich der Funktionsweise und des Zieles des Egos berichten. Falls ein Stück Wahrheit an meinen direkten Erfahrungen dran ist, ist dies einer der wichtigsten Texte die ich je geschrieben habe und die du je lesen wirst.
Dies deshalb, weil es momentan noch wenig Menschen gibt, die die Absicht des Egos wirklich gesehen und verstanden haben. Die Entlarvung des Ziels dieses Kollegen stellt für mich die einzig wirkliche Lösung der Probleme dar, die wir zu haben glauben.

Beginnen wir mit einer Verhaltensweise, in der die meisten Menschen auf diesem Planeten momentan noch gefangen zu sein scheinen. Diese Konditionierung lässt uns glauben, dass wir etwas in uns oder im sogenannten Außen ablehnen müssen. Dies muss keine Sache sein, die wir als wirklich wichtig oder groß betrachten. Es kann etwas scheinbar unbedeutendes sein, das wir in der nächsten Minute wieder vergessen haben. Ich wähle mal bewusst ein sehr lapidares Beispiel. Auf der Straße kommt uns jemand entgegen, der auf seinem T-Shirt einen Spruch stehen hat, der uns abstößt. WIR würden SO nie herumlaufen. Was nun - und ohne Ausnahme immer in ähnlichen Situationen – geschieht, ist, dass sich das Ego über den anderen Menschen stellt. Diese Arroganz, die aus dem Wunsch nach Trennung erfolgt, führt nun zu folgender Kettenreaktion in deinem Unterbewusstsein: Der andere, der nicht passt, muss weg, da seine Existenz unerträglich für dich ist. Das, was nicht passt, löst ein schlechtes Gefühl in dir aus und der andere als scheinbarer Verursacher ist daran schuld. Deshalb denkt das Ego, dass die logische Lösung dieses Konfliktes darin besteht, den Verursacher zu eliminieren.
In Wirklichkeit ist das schlechte Gefühl aber schon vorher in dir und du suchst nach einer Möglichkeit, dieses Gefühl auf etwas oder jemanden zu projizieren. Es ist egal, was oder wer es ist, die nächste Gelegenheit wird genutzt um jemandem Schuld zuweisen zu können. Es ist der Autofahrer vor dir (wir wissen alle, dass du der einzige Mensch bist, der wirklich Auto fahren kann, alle anderen sind Idioten), es ist der Kellner, der dich zu lange auf dein Essen warten lässt oder eben der Typ mit dem Scheiß T-Shirt.
Jedes schlechte Gefühl, egal in welcher Form es auftritt, hat dieselbe Ursache: Schuld. Woher kommt die Schuld? Das Ego, weiß im Grunde, dass es nicht existiert und hat daher immer ein schlechtes Gewissen. Ihr kennt dieses Gefühl sehr gut. Die gewollte Trennung von Gott löst im Unterbewusstsein bei allen Menschen Schuld aus. Dies hält solange an, bis die Illusion vollständig auf allen Ebenen erkannt wird. Das ist der Grund für meine Arbeit, denn es gibt Wege, die Wahrheit zu erkennen und frei zu werden.

Um nun der Schuld zu entkommen, die man mehr hasst als alles andere auf der Welt, arbeitet das Ego an folgendem Ziel: Es will die totale Macht und völlige Kontrolle. Zu diesem Zweck, muss es alles aus dem Weg räumen, was dies verhindern könnte. Das sind vor allem Situationen und Menschen, die nicht in seine Vorstellung von absoluter Perfektion passen. Da es diese absolute Perfektion nie erreichen kann, muss das Problem beseitigt werden. Das bedeutet, das endgültige Ziel des Egos ist die totale Vernichtung von allem.
Mache dir bitte bewusst, dass immer, wenn du einen Menschen ablehnst, du im Endeffekt seinen Tod willst. Das ist eine harte Nuss, ich weiß – aber so habe ich es in mir während der Selbsterforschung erfahren. Diese Schlussfolgerung ist sehr logisch, denn wenn alle vernichtet sind, habe ich endlich meine Ruhe. Im wahrsten Sinne des Wortes. Auf meiner inneren Reise zum Endresultat dieser Geschichte habe ich tatsächlich zuerst an diesem Punkt Ruhe und Erleichterung gespürt. Ich war zuerst völlig erstaunt und auch etwas erschüttert. Die Vernichtung von allem bringt tatsächlich Frieden? Natürlich ist dem nicht so. Diese Ruhe, die ich wahrnahm, hatte nämlich etwas schales, es war keine befriedigende Ruhe, sondern etwas, was ich noch nie vorher gespürt hatte. Ich nahm auch schnell wahr, dass darunter noch etwas lag, wir noch nicht am Ende waren, wenn es auch für einige Augenblicke so schien.
Scheinbar hatte das Ego sein Ziel erreicht: Es war allein, als einziges übriggeblieben – endlich Gott. Es hatte sich endgültig an die Stelle Gottes gesetzt und es existierte nichts und niemand mehr, das ihm diesen Platz streitig machen könnte.
Nun setzt aber die wirkliche Katastrophe für das Ego ein. Es gibt niemanden mehr, dem es seinen Machtwillen aufzwingen kann außer sich selbst...es muss sich also, wenn es das Spiel weiterspielen will – und es kann nichts anderes tun, es ist sein ganzer Zweck – gegen sich selbst wenden. Da dies ein unerträglicher Zustand ist, der nicht hingenommen werden kann, muss sich das Ego eine neue Welt erschaffen, mit neuen Angriffszielen auf die es seine Schuld projizieren kann.
Es hört nie auf. 5000 Kriege in 3000 Jahren der menschlichen Geschichte zeigen, dass die perfide Vorgehensweise des Egos niemals mit den Mitteln des Verstandes gestoppt werden kann.
Das Problem kann nicht auf der Ebene gelöst werden, auf der es entstanden ist.

Die Lösung

Die Illusion der Trennung wird vom gespaltenen Geist erzeugt. Eine Veränderung dieser Fehlwahrnehmung kann auch nur auf der Ebene des Geistes erfolgen.
Die Lösung aller Probleme besteht in der Vergebung. Vergebung hat nichts mit Verzeihen zu tun, das würde auch nur aus dem Ego kommen. Vergebung bedeutet zu erkennen, dass du auf der Ebene des Geistes die Trennung gewollt hast, sie aber in Wirklichkeit unmöglich ist. Das bedeutet, innerhalb des Traumes kannst du die Erfahrung von Leid machen. Für dieses Leid ist aber kein anderer Mensch verantwortlich, denn du erschaffst sie im Geist selbst.
Was du tun kannst ist, alle sogenannten negativen Dinge, alle schlechten Gefühle, alle Verurteilungen, Geschehnisse – sprich deine Gefühle der Schuld, dem gesunden Anteil in dir zu übergeben. Manche nennen diesen Teil den „Heiligen Geist“. Bitte „Ihn“ alles, worunter du leidest dem Göttlichen zu übergeben. Das Wirken dieser Vergebung kann sehr schnell erfahren werden. Es ist der Weg in den Frieden.
Anstatt dass du dem Ego alles seiner wahnsinnigen Vorgehensweise überlässt – was dir unmittelbar das Gefühl geben muss, allem völlig hilflos ausgeliefert zu sein – kannst du wählen, aus welcher Position du wahrnehmen willst: Aus der Illusion der Trennung oder der Einheit, dem Sein, Gott, deinem wahren Selbst – oder wie du es sonst nennen möchtest. Dazu verbindest du dich mit dem heiligen Geist, der dein wahres Selbst ist. Dort gibt es kein Gegenteil von etwas, keine Trennung.
Diese Vergebung und das Übergeben von allen Fallstricken dieser Welt ist natürlich auch nur ein Konzept, da in Wirklichkeit keine Vergebung nötig ist, da es niemanden gibt, der je verurteilt hat.
Niemals ist Trennung geschehen. Es ist unmöglich. Wir sind immer bei Gott und niemals woanders. Solange aber der Träumer, die Träumerin noch eine Trennung wahrnimmt und ein Gedanke von ICH existiert, solange wird Leiden wahrgenommen – von wem auch immer. Eine Negierung dieses Zustandes erzeugt noch mehr Leiden. Das ist der Grund, weshalb erst einmal alles gefühlt und wahrgenommen werden muss, was tatsächlich in uns ist. Nur dann kann man es übergeben und vergeben.

 

Mario Amenti

www.awakening-code.com